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J.B.O. im Interview mit Hypnotoad

J.B.O. im Interview mit Hypnotoad

Wir haben uns im Rahmen der “I don’t like Metal, I love it” Tour 2009 mit Ralph und Wolfram von J.B.O. getroffen und die beiden beantworteten fleissig unsere Fragen.

Eure Tour steht ja auch unter dem Motto “20 Jahre J.B.O.”. Was ist denn euer persönliches Fazit nach 20 Jahren J.B.O.?

Ralph und ich sind ja leider nicht in den Genuss gekommen, diese 20 Jahre in ihrer Gänze zu erleben. Sondern wir sind ja immer noch “Die Neuen”. Aber unser persönliches Resümee: Es ist schon immer noch sehr nett mit J.B.O. und es kann so weitergehen.

Diese Tournee ist aber auch nicht direkt eine Jubiläumstournee. Sie fällt mit dem Jubiläum zusammen, aber im Grunde ist es die Tour zu unserer neuen Platte “I don’t like Metal, I love it”.

Wie erklärt Ihr euch den Erfolg von J.B.O.?

Den kann man nicht erklären. Manchmal sind die Dinge einfach magisch, andere Dinge begünstigen sich. Wir versuchen immer alles so gut zu machen, wie es geht und wissen eigentlich nicht, was wir jetzt bei diesem Album besser gemacht haben als beim Letzten. Wir wissen nur, das wir es zu einem günstigeren Zeitpunkt veröffentlicht haben. Das Wissen hatten wir aber vorher schon, denn wir haben bisher im Grunde alle Alben in der selben Jahreszeit veröffentlicht. Musikalisch gesehen fanden wir das letzte Album nicht schlechter als das Aktuelle, die Fans sehen das aber anscheinend anders. Wir können solche Faktoren aber nicht wirklich einschätzen, von daher sind die Ergebnisse immer eine Überraschung.

Aber du meinst ja sicherlich auch eher die Historie der Band. Unsere Alben landen irgendwie immer auf den selben Chartplatzierungen. Mal ist es Platz 6, dann ist es einer mehr oder weniger. Auch wenn wir Millionen CD’s weniger verkaufen würden, im Moment verkaufen ja alle weniger Alben und so bleibt der Prozentsatz letztendlich immer gleich.

Diese Frage ist von TheCoon, einem unserer Leser: Kommt Ihr euch nicht manchmal dämlich vor, als erwachsene Männer in pinken Klamotten rumzuspringen und dabei “Verteidiger des wahren Blödsinns” zu singen?

Nö eigentlich gar nicht, weil die Aussage ja vollkommen ernst gemeint ist. Das hat ja auch mit dem Alter nicht viel zu tun. Wir sind quasi reingeboren in den ganzen Scheiß, da kann man ja nicht wirklich ablassen davon, ganz im Gegenteil das verstärkt sich sogar noch.

Auf dem aktuellen Album “I don’t like Metal, I love it” widmet Ihr euch ziemlich intensiv dem Ost/West Gefälle. Das gefällt nicht jedem. Wie kam es dazu?

Ja wie kam es dazu? Die Ideen sind einfach da und werden letztendlich im Gremium diskutiert, ob man das machen will. Wir waren mit den Diskussionen noch gar nicht fertig ob wir das machen wollen, da haben wir aber schon die Demos aufgenommen. Und diese Demos fanden wir so gut, das wir dachten “Wir lassen’s jetzt einfach drauf”. Und letztendlich hat es ja auch zum Mauerfall-Jubiläum gepasst. Außerdem haben wir damit dieses alte Thema wieder ausgepackt und das in seiner ganzen Dämlichkeit, wie es immer schon da war. Wir hatten da auch intern einige Diskussionen darüber, ob das geil ist. Da gab es auch ganz unterschiedliche Meinungen aber letztendlich ist diese Trilogie jetzt auf dem Album. Wir haben vor kurzem auch in Leipzig gespielt und so viele Leute hatten wir da noch nie im Publikum, ergo hat es uns ja nicht geschadet. Es ist ja auch nicht so gemeint. Es ist ja keine reine “Ossi-Verarsche”, die Wessis kriegen ja auch ihr Fett weg.

Ihr tourt derzeit mit der Band “Beatallica” aus den USA. Wie kam es dazu, das ihr genau diese Band als Support ausgewählt habt?

Zum einen sind wir ja quasi “Brüder im Geiste”. Beatallica gehen ja auf eine ähnliche Art mit der Musik anderer Menschen um wie wir und das hat uns schon immer gefallen. Wir stehen ja jetzt auch schon seit drei Jahren mit den Jungs in Kontakt und mittlerweile sind Beatallica auch auf unserem Label Megapress. Daher war es ja zwangsläufig irgendwann Zeit, das wir die Jungs ins Boot holen. Aber das ist halt auch nicht so einfach, die aus Amerika zu uns rüber zu holen. Jetzt hat sich das alles aber wunderschön ergeben.

J.B.O. Sind ja Live immer ein Erlebnis. Habt Ihr eine besondere Choreografie oder macht Ihr auf der Bühne alles spontan?

J.B.O. im Interview mit Hypnotoad

J.B.O. im Interview mit Hypnotoad

Wir machen sehr viel spontan, aber natürlich haben wir auch Ablaufpläne. Wir haben ja viele Lieder, wo sehr viel passiert, wir haben dafür ja extra unseren Stuntman dabei. Aber ein großer Teil ist eben auch spontan. Beispielsweise die Interaktionen oder wenn irgendwelche Fans in der ersten Reihe mit Ihren Handys telefonieren und der Veit ihnen dann das Handy abnimmt und weitertelefoniert.

Was kann man in den nächsten zwanzig Jahren von J.B.O. erwarten?

Es wir wohl im kommenden Jahr auch wieder die eine oder andere Veröffentlichung geben. Was das genau sein wird, verraten wir aber nicht. Im April 2010 setzen wir außerdem die “I dont’t like Metal, I love it” Tour fort. Im Sommer spielen wir dann natürlich auch wieder auf dem einen oder anderen Festival. Aber weiter geht es immer. Wir werden immer wieder was rausbringen, dann wieder auf Tour gehen, dann wieder was rausbringen und wieder auf Tour gehen.

Was ist euch lieber? Live-Auftritte oder die Arbeit im Studio?

Das ist beides schön. Die kreative Arbeit ist halt manchmal mit mehr “Kampf” verbunden, denn es sind ja vier gleichberechtigte Köpfe in der Band. Das sind halt alles Individuen, die sich auch mal aufs bitterste bekämpfen, wenn man die Idee des anderen mal Scheiße findet oder so, aber letztendlich ist es ja immer geil, was letztendlich rauskommt. Das ist halt oft ein langwieriger, schwieriger kreativer Prozess. Und Live ist dann halt die Essenz des ganzen. Du kriegst dann alles zurück. Die Leute kommen und gehen ab wie Schnitzel und das ist einfach schön.

Wie seit Ihr auf die Farbe Rosa gekommen?

Ich muss da jetzt mal den Hannes zitieren, weil wir da ja quasi noch gar nicht auf der Welt waren. 1989 war Pink einfach eine radikalere Farbe als heute. Heute ist nichts mehr radikal, weil alles schon hunderttausend mal durch ist aber damals waren Metal und Pink einfach zwei Gegensätze. Und genau das sollte damit ausgedrückt werden. Einfach das man auch Metal machen kann, ohne der böse schwarze Mann zu sein. Mit guter Laune dabei, ohne jetzt kleine Kinder fressen zu müssen oder Satan anbetet. Das ist natürlich auch Schwachsinn, weil das machen auch nicht alle. Nur ganz wenige beten Satan an und bringen kleine Kinder um. Es soll halt einfach ein Gegenpol sein zu dem Ganzen.

Jetzt kommen wir zu unseren Spontanfragen:

J.B.O. im Interview mit Hypnotoad

J.B.O. Live

Was nervt euch auf Tour am meisten?

Unser Tourmanager, und die schlechte Laune vom Drummer. Nee Schmarrn, es gibt immer irgendwas. Es gibt plötzliche Ausbrüche, weil der eine sein Essen nicht vor sich stehen hat, dabei hat er den ganzen Tag schon essen können, weil ständig überall etwas zu Essen rumsteht. Es gibt halt immer Kleinigkeiten. Aber das nervigste ist, das man seine Lieben daheim nicht sehen kann.

J.B.O. Sind…

Der Wahnsinn!

Fans sind…

Unglaublich Super!

Musik ist…

Geil, Lebensnotwendig, Alles.

Groupies finden wir…

Unnötig, nett von weitem anzusehen.

Bier ist…

Lebensnotwendig.

Raubkopierer sind…

Ganz normale Menschen.

Metal ist…

Lebensnotwendig.

Was wünscht Ihr euch?

Metal! Nein, ein gutes Klimaabkommen in Kopenhagen. Sinnvolle Sachen halt, aber es ist zu viel um das jetzt hier aufzuzählen.

Was möchtet Ihr den Lesern noch mitteilen?

Habt Spaß und guten Sex!

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J.B.O. Homepage
J.B.O. auf MySpace


I Don’T Like Metal-I Love It (Ltd.Box)

J.B.O.. Megapress Gmbh & Co.Kg (Soulfood Music) 2009, Audio CD, € 18,40

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