Am 21.02.2010 fand im Theaterzelt “Das Schloss” in München die vorerst letzte Vorstellung von “Die Zwerge Live” statt.
“Die Zwerge Live” ist ein von Schauspieler Johannes Steck organisierter Event, in dem der gleichnamige Roman von Markus Heitz in Form einer Lesung präsentiert wird. Jedoch handelt es sich hierbei um keine “normale” Lesung, da der Abend von der Band Corvus Corax musikalisch untermalt und von allen Beteiligten auch schauspielerisch präsentiert wird. Zusätzlich wird das Ambiente durch einige Videos visuell untermalt.
Johannes Steck beweist in “Die Zwerge Live” eindrucksvoll, warum er der wahrscheinlich beliebteste Hörbuchsprecher Deutschlands ist. Mehr als 120 Bücher hat er schon auf seine eindrucksvolle Art und Weise eingesprochen. Zuletzt erhielt er eine goldene Schallplatte für seine Hörbuchfassung von “Chemie des Todes”.
Natürlich konnte das Buch “Die Zwerge” – geschrieben von Markus Heitz – nicht in voller Länge gelesen werden. Johannes Steck hat das Original daher stark gekürzt, damit die Story in dieser dreistündigen Veranstaltung präsentiert werden konnte. Diese Kürzung
Die Zwerge Live | Foto: blackrose (Necroweb.de)
gelang sehr gut, denn auch Besucher, die das Buch nicht kannten, konnten der Geschichte mühelos folgen. Es wurden aber auch keine Kernelemente des Buches unterschlagen. Von Zeit zu Zeit unterbrach Johannes Steck kurz, um Fachbegriffe aus dem Buch auf amüsante Art und Weise zu erklären. Auch eine riesige Landkarte wurde aufgebaut, die dem Publikum das Verfolgen der Handlung zusätzlich erleichterte.
Die Band Corvus Corax brillierte bei “Die Zwerge Live” ebenfalls. Eindrucksvoll bewiesen Corvus Corax, warum sie zur Elite der deutschen Mittelalter-Szene gehören. Mit einer gelungenen Mischung aus bekannten Stücken und extra für diesen Event geschriebenen Liedern sorgten sie für die perfekte Atmosphäre, um “Die Zwerge” zu präsentieren.
Sehr amüsant waren auch die schauspielerischen Einlagen von Johannes Steck und vor allem der Band Corvus Corax, die mit
Die Zwerge Live | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Begeisterung dabei waren. Mit viel Witz und Charme brachten sich die Jungs in die Handlung ein. Auch das Publikum wurde aufgefordert mitzumachen, tat dieses aber leider nur bedingt. Generell war das Publikum der einzige Wermutstropfen des Abends, da dieses anscheinend mit einer klassischen Lesung gerechnet hatte und sich größtenteils nicht begeistern ließ. Kaum waren die letzten Töne verklungen, verließen die meisten anwesenden geradezu fluchtartig die Halle, um ja nicht an der Garderobe warten zu müssen. Steck und Corvus Corax ließen sich jedoch nichts anmerken, waren aber höchstwahrscheinlich ziemlich enttäuscht.
Alles in allem ist “Die Zwerge Live” ein wahres Erlebnis, welches hervorragend inszeniert ist und von allen Beteiligten mit viel Liebe und Hingabe präsentiert wird. Hoffentlich setzt Johannes Steck seinen Plan um, “Die Zwerge Live” auch in anderen deutschen Städten aufzuführen, da ein Besuch dieser Veranstaltung für jeden Fantasy-Fan Pflicht ist.
Die Zwerge Live | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Unsere Kollegen von NecroWeb haben nicht nur Fotos dieser Veranstaltung auf Ihrer Homepage, sondern auch ein Interview mit
Johannes Steck geführt. Der Link dorthin und zu den Fotos befindet sich am Ende dieses Artikels.
Excalibur - The celtic Rock Opera | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Mit „Excalibur – The celtic Rock Opera“ hat sich Alan Parsons einen Traum erfüllt. Er wollte diesen Zyklus, schon seit langem auf die Bühne bringen. Dieses tat er dann auch im Rahmen der Kaltenberger Ritterfestspiele. Die Resonanz war gewaltig, so dass relativ bald feststand, das Excalibur noch viel mehr Menschen gezeigt werden müsse.
Auf der Tour durch die Arenen Deutschlands hatte Alan Simon das Who is Who des progressive Rock, aber auch Größen aus anderen Bereichen der Musik dabei. Unter anderem sind Alan Parsons, Johnny Logan, Les Holroyd und Corvus Corax dabei.
Wenn man die Plattenverkäufe aller Künstler, die bei „Excalibur – The celtic Rock Opera“ mitwirken addiert, kommt man auf mehr als 12 Millionen verkaufte Tonträger.
Dementsprechend ist auch die Show ausgelegt. Der deutsche Schauspieler Michael Mendl führt als Merlin durch den Abend und erzählt mit viel Leidenschaft und einer Portion Humor die Geschichte vom Schwert Excalibur, König Artus, Lanzelot und den Rittern der Tafelrunde. Hierbei wird auch an Effekten nicht gegeizt.
In diese Geschichte sind die Performances der einzelnen Künstler und Gruppen eingewoben, die dabei auch immer wieder von spektakulären Artistik- und Showeinlagen untermalt sind. Auch der obligatorische „River Dance“ darf hier natürlich nicht fehlen.
Besonders angenehm ist, das Alan Simon es geschafft hat, dass jeder Künstler ausreichend Zeit bekommt, um sein Können unter Beweis zu stellen. Auch Soli gibt es mehr als genug und diese haben es meist in sich und sorgen für Gänsehaut beim anwesenden Publikum.
Stilistisch dominiert natürlich der progressive Rock den Abend, jedoch kommt der Besucher auch in den Genuss von Irish Folk, fast schön in die klassische Musik einzuordnenden Stücken und der Klänge von Corvus Corax, die ich an dieser Stelle auch nicht weiter vorzustellen brauche.
Excalibur - The celtic Rock Opera | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Die Bühne, die in der Form eines Schwertes aufgebaut wurde wird voll ausgenutzt und bietet jedem Künstler und jeder Gruppe ausreichend Platz sich zu entfalten. Auch das Publikum im Parkett wird teilweise mit einbezogen.
Alles in allem ist „Excalibur – The celtic Rock Opera“ ein Abend für – wie sagt man so schön – Jung und Alt. Das Publikum in München war auf jeden Fall restlos begeistert und dankte allen Akteuren mit standing Ovations.
Am 27. Dezember gab es für viele Fans der elektronischen Musik quasi den dritten Weihnachtsfeiertag. Es wurde ins Capitol in Hannover zum Christmas Ball geladen. Wer jetzt an einen verstaubten Society-Event voller Pinguine denkt, liegt komplett falsch. Bereits das Line-Up dieses Events verdeutlichte eindrucksvoll wo es hingehen wird.
Versprochen war die Creme de la Creme der dunklen, elektronischen Musik und – soviel kann ich vorweg sagen – Enttäuscht wurde niemand. Jedoch wurden schon am Einlass viele Besucher enttäuscht. Der Event war restlos ausverkauft. Wer keine Karte hatte, musste wohl oder übel wieder den Heimweg antreten.
Eröffnet wurde der bunte Reigen von Destroid, die alle anwesenden souverän in Feierlaune brachten. Hier wurde leider auch schnell klar, das die Veranstalter den “Bunten Reigen” wohl gerne auch visualisieren wollten. Dieses wurde durch permanentes benebeln der Bühne erreicht. Dies ist zwar kurzfristig wirklich ein sehr gelungener Effekt, aber wenn bei jedem Künstler permanent die gesamte Bühne eingenebelt wird, ist es ein wenig zu viel. Zudem war der Klang ziemlich Bass-dominiert, wodurch die Vocals der einzelnen Interpreten leider meist kaum bis gar nicht zu verstehen waren. Dies tat der Stimmung allerdings kaum einen Abbruch. Doch zurück zu Destroid.
Die Jungs um Frontmann David Myer, der später mit seinem Projekt Covenant noch eine Extra Schicht einlegte boten vom ersten bis zum letzten Ton drucksvollen EBM. Dieser brachte die Menge relativ schnell dazu sich im Rhythmus mitzubewegen und spätestens bei Gassenhauern wie “Bird of Prey” oder “Judgement Throne” richtig amtlich abzufeiern. Nach einer knappen Stunde Spielzeit wurde die Bühne für den nächsten Act, Suicide Commando vorbereitet.
Hier wurde schnell klar, das die Veranstalter bei der Organisation der Umbaupausen ganze Arbeit geleistet haben, denn diese war nach nur 15 Minuten beendet. Suicide Commando legten dann auch mit einem Kracher los. “Bind, Torture, Kill” eröffnete das Set. Dazu passend liefen recht explizite Grafiken und Animationen über die große Leinwand, welche hinter der Bühne angebracht war. Johan van Roy gab den Fans keine Zeit zum durchatmen und jagte einen Kracher nach dem anderen durch die Boxen direkt in die Hirnwindungen. Es konnte niemand wirklich stillstehen. Mit “Hate Me” gaben Suicide Commando auch einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Album zum besten. Natürlich durfte auch der Klassiker “Cause of Death: Suicide” in der angenehm ausgewogenen Setlist nicht fehlen. Beendet wurde die Performance von Suicide Commando mit dem Song “Time”, der zwar schon das eine oder andere Jährchen auf dem Buckel hat, sich aber hervorragend für einen stilvollen Abgang eignete.
Destroid | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Nach einer weiteren angenehm kurzen Umbaupause, war es dann an der Zeit für feine Minimal-Elektronik. Die Jungs und Mädels von Welle:Erdball spielten zum Tanz. Da die Beine der feierwütigen Anwesenden ja quasi schon aufgewärmt waren, wurde sich auch hier gerne und ausgiebig mitbewegt. Der Welle:Erdball Kenner bemerkte sofort, das mit dem Line-Up etwas nicht stimmte. Keyboarder A.L.F. Fiel leider krankheitsbedingt aus und wurde von Andy Catwalk ersetzt, der eigentlich mit dem Feuer spielt (Pyro-Technik), aber auch die Klaviatur virtuos beherrscht. Beeindruckend an Welle:Erdball ist die Tatsache, wie viel die Band aus dem Minimal Sektor herausholen kann. Genau dafür werden sie von einer mittlerweile sehr breiten Fanbase geschätzt und teilweise sogar geliebt und an diesem Abend bewiesen sie einmal mehr, das es auch immer wieder eine Freude ist, diese Band Live zu erleben. Mit dem Opener “Wir sind die Maschinen” gaben Welle:Erdball dann auch direkt einmal vor, wo es hingehen wird an diesem Abend und der Folgetrack “Wir wollen keine Menschen sein” untermauerte dieses auch noch sehr gut. Insgesamt war auch die Setlist von Welle:Erdball sehr gut zusammengestellt, so das keinerlei Wünsche offen geblieben sind. Die absoluten Highlights waren hier sicherlich “Ich bin aus Plastik” und “Starfighter F-104G”. Auch die Bühnenshow war sehr ansehnlich. Welle:Erdball gaben sich auch auf dem Christmas Ball in Hannover große Mühe, nicht nur akustisch sondern auch optisch zu glänzen. Nach einer weiteren kurzen Pause gab es dann kein halten mehr.
David Myer betrat erneut die Bühne, diesmal als Mitglied von Covenant. Eskil, Joakim und David eröffneten die Show mit dem Knaller “Stalker”. Dieser Song erfüllte dann auch den gewünschten Effekt und brachte die Massen endgültig zum überkochen. Diesen Status hielten Covenant dann aber auch bis sie die Bühne nach dem Kracher “Call the Ships to Port” wieder verließen. Bemerkenswert war hier neben der genialen Setlist der Umstand, das vom Publikum nach der Performance von Covenant lautstark eine Zugabe gefordert wurde, die dann sogar zur freudigen Überraschung aller während der schon begonnenen Umpauphase gegeben wurde. Auserkoren wurde hier der Titel “Dead Stars”, welcher einen fulminanten Abschluss bildete. Nun wurde es Zeit für den besonderen Headliner. In diesem Jahr fand ja der Christmas Ball erstmals auch in Köln und Würzburg mit identischem Line-Up statt, jedoch konnten die Veranstalter für den Event in Hannover zusätzlich die Belgier von Front 242 engagieren.
Suicide Commando | Foto: blackrose (Necroweb.de)
An der Reaktion der Fans konnte man deutlich ablesen, das Front 242 zwar in die Jahre gekommen sind, jedoch nach wie vor eine unglaubliche Beliebtheit genießen. Auch ihre Hits sind nahezu jedem Fan des EBM wohl bekannt und so starteten die Jungs direkt mit dem Klassiker “Modern Angel”. Die Setlist entwickelte sich zu einem wahren Best-Of der Band, was die ohnehin schon kochende Masse noch weiter anheizte. Front 242 bildeten einen perfekten Abschluss eines sehr gelungenen Abends. Besonders hervorheben möchte ich die wirklich gelungene Organisation des diesjährigen Christmas Balls, lediglich die Anfangs erwähnten Probleme Nebel und Klang trübten diesen Eindruck ein wenig. Allerdings kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, das alle Anwesenden sich prächtig amüsiert haben und aufgrund der erhöhten Temperaturen im Saal in Kombination mit ausgiebigen Tanzeinlagen locker die gesamten Pfunde des Weihnachtsschmauses verbrannt haben.
Am 13. und 14.November 2009 fand erstmalig das Plage Noire Festival statt. Der Veranstalterr, FKP Scorpio wollte mit dem Plage Noire ein Winterfestival erschaffen, um die Durststrecke zur nächsten Festivalsaison zu verkürzen.
Dieses Experiment ist eindeutig gelungen. Schon die besondere Location – die Ferienanlage Weissenhäuser Strand, die in Schleswig-Holstein direkt an der Ostsee liegt, war eine geniale Wahl. Drei Konzertlocations und die Tatsache, das es mehr als genügend Übernachtungsmöglichkeiten direkt vor Ort gibt, schaffen ideale Rahmenbedingungen für ein Festival.
Ein Festival im November muss sich allerdings auch erstmal etablieren. Damit dieses Unterfangen gelingt, hat sich der Veranstalter im Vorfeld entschieden, die Preise drastisch zu reduzieren, um möglichst viele Besucher zum Plage Noire zu locken. Diesem Ruf folgten am Ende ca. 2.500 Gäste.
Aber nicht nur der Zeitpunkt und die Location, auch das Line-Up war außergewöhnlich. Mit ASP, London after Midnight, Corvus Corax, Funker Vogt und vielen weiteren hochkarätigen Künstlern wurde eine geniale Mischung zusammengebucht. Zudem gab es in Form von Lesungen von Emilie Autumn, Markus Heitz und Oswals Henke, Kurzfilmen und vielem mehr auch ein mehr als ansprechendes Rahmenprogramm.
Schon bei der Anreise wurde uns bewusst, das das Plage Noire sehr gut organisiert war. Binnen weniger Minuten hatten wir unsere Bändchen und konnten uns Ins Getümmel stürzen. Anfangs entstand der Eindruck, das das Festivalgelände sehr unübersichtlich ist, aber wenn man die Ferienanlage einmal “abgegangen” hat, findet man sich schnell zurecht. Lediglich die kleinen Konzerthallen “Baltic Festsaal” und “Witthüs” hätten besser ausgeschildert sein können. Jedoch war genug Security Personal vor Ort, das gerne alle Fragen beantwortet hat.
Musikalisch wurde das Festival am frühen Freitag Nachmittag von der Hamburger Gothic Rock Band “Mono Inc.” eröffnet, die im überraschend vollen Zelt die Fans mit einer gelungenen Show überzeugten. Auch die Band selber stellte während Ihres Auftritts erstaunt fest, das Werktag war und bedankte sich ausgiebig bei allen Blaumachern.
Schon beim Auftritt von Mono Inc. Wurde ein weiterer Aspekt deutlich, der das Plage Noire zu einem besonderen
Plage Noire - Mono Inc. | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Festival macht: Fast alle Acts durften in voller Konzertlänge auftreten. Diese Tatsache hatte zwei enorme Vorteile: Zum einen durften sich die Künstler richtig austoben, was ihnen die Fans natürlich dankten und zum anderen konnte man sich fast jeden Auftritt ansehen, da es zwar geringfügige Überschneidungen gab, aber die Konzerte jeweils lang genug waren.
Die Ohren wurden nach Mono Inc. von Funker Vogt massiert. Hier wurde uns schnell klar, das der Klang in der Mainstage – einem Zirkuszelt – wirklich gut war. So war es ein leichtes, den energiegeladenen Auftritt von Funker Vogt zu genießen.
Allerdings gab es in unseren Augen auch etwas zu kritisieren. Die Band Rotersand wurde in den kleinsten Konzertsaal – das Witthüs – gelegt. Das war eigentlich eine Fehlentscheidung. Dicht an dicht drängten sich die Fans vor der winzigen Bühne. Durch die Enge wurde jedoch die Stimmung nicht getrübt, ganz im Gegenteil, der Rotersand Auftritt war eine einzige Party. Der Sound hat auch hier mehr als gepasst, ich habe erfreut festgestellt, das der Bass meine Hosenbeine flattern ließ. Die Band selber machte das beste aus der Location und so rannte der Rotersand Frontmann mehr als einmal durch die begeisterte Menge.
Plage Noire - Fiddler's Green | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Den Freitag, bzw. Samstag morgen, beendete auf der Zeltbühne das außergewöhnliche Konzert von ASP, die natürlich vom ersten Ton an die versammelte Menge im brechend vollen Zirkuszelt in Ihrem Bann hatten. ASP spielten alle Hits und so blieben nach diesem Auftritt keine Wünsche offen bevor es dann mit Anne Clark den Abschluss des Tages zu sehen und natürlich vor allem zu hören gab. Hiernach verteilte sich die Menge auf die Bungalows oder ließ den Tag mit der After-Show-Party ausklingen, um freudig dem nächsten Tag entgegenzufiebern.
Der Samstag wurde Folkig eröffnet. Fiddler’s Green enterten die Zeltbühne und schafften es ohne Probleme, die Anwesenden in den Bann Ihres Irish-Folk-Rock zu ziehen. Spätestens beim Song “The Mermaid” hatte die sympathische Band auf Ihrer Seite, denn Sie forderten das Publikum auf, zwei Worte zu finden die im Refrain gegröhlt werden sollten. Natürlich waren schnell zwei passende gefunden, diese möchte ich hier allerdings aufgrund des Jugendschutzes nicht wiedergeben (Man betrachte einfach das Video am Ende des Artikels!).
Auf Fiddler’s Green folgten zwei weitere absolute Highlights des Plage Noire: Erst brachten Corvus Corax die Zeltbühne mit Ihrer genialen Show zum kochen, dann wurden die Fans vom Akkustik-Set von Deine Lakaien ins Träumen gebracht. Beim Auftritt von Deine Lakaien standen die Leute still vor der Bühne, um von der Stimme von Alexander Veljanow in den Bann gezogen zu werden. Ein paar Pärchen machten es sich kuschelnd auf dem Boden gemütlich und genossen das Konzert.
Nach drei wirklich gelungenen Shows in der Zeltbühne kam dann ein Dämpfer. Der Auftritt von London after Midnight. Es war für uns nicht festzustellen, wer dafür verantwortlich war, auf jeden Fall war der Sound plötzlich mehr als Schlecht. Der Bass war viel zu stark, alles dröhnte und die Instrumente wurden zusätzlich noch vom Schlagzeug übertönt. Die Hardcorefans störte das allerdings nicht und auch London after Midnight selber ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und spielten ohne sich etwas anmerken zu lassen Ihr Programm.
Plage Noire | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Den Abschluss des Plage Noire bildeten dann Blutengel. Chris Pohl und seine Mädels überzeugten mit brillantem Sound und einer gewohnt beeindruckenden Bühnenshow. Leider war der Baltic Festsaal, in dem dieser Auftritt stattgefunden hat sehr schnell extrem voll, so das nicht jeder in den Genuss kam, die Show auf der kaum erhöhten Bühne auch zu sehen.
Alles in allem war das Plage Noire jedoch ein voller Erfolg und wir werden auch im kommenden Jahr gerne wieder auf dieses außergewöhnliche Festival gehen.
Lediglich die “normalen” Besucher der Ferienanlage müssen noch an diesen Event gewöhnt werden: Bei einem Strandspaziergang quittierten zwei Spaziergänge die Anwesenden Fans mit der Aussage “Guck mal da! Alles schwarze! Da – noch mehr schwarz!”. Aber das kriegen wir auch noch hin – den Einwohnern von Leipzig und Wacken ging es zu Anfang sicherlich auch nicht anders.
Wir haben uns auf dem Plage Noire Festival mit Castus Rabensang von Corvus Corax zu einem kleinen Plauderstündchen getroffen.
Stellt euch und eure Musik doch einmal vor.
Ich bin der Castus Rabensang, meines Zeichens Sänger bei Corvus Corax oder auch Dudelsackspieler. Corvus Corax ist eine Band, die vor 20 Jahren gegründet wurde. Wir fingen mit Corvus Corax an, mittelalterliche Musik anders zu interpretieren. Das gab es vorher noch nicht, das man mit Dudelsäcken und Trommeln schnell alte Melodien gespielt hat und auch Spaß dabei hatte. Das war vorher alles sehr akademisch. Wir haben das dann ein wenig umgekrempelt und gezeigt, das es im Mittelalter auch so etwas wie Rockmusik oder auch Metal gegeben haben muss für junge Leute, die Party haben wollen. Seit der Zeit ist eine ganze Menge passiert. Mit uns aber auch mit der gesamten Musikszene. Inzwischen gibt es auf der ganzen Welt Bands wie Corvus Corax. Wir haben Freunde in Mexiko, die unsere Musik spielen. Wir haben die jetzt aber angeregt, das noch mit Atzekischer und Maya Musik zu verbinden. Wir haben auch Freunde in Spanien und Portugal, die das mit ihrer eigenen Folklore mischen. In Deutschland gibt es ja auch eine riesengroße Mittelalter-Szene inzwischen, die es ja vorher auch so nicht gab und die meisten wissen gar nicht mehr, wer so die Urväter sind. Es macht aber auf jeden Fall auch nach 20 Jahren noch Spaß, diese Musik zu machen. Aber wenn wir diese mittelalterliche Musik ausgraben, bearbeiten wir die so, das dann aber auch Corvus Corax daraus entsteht. Das ist inzwischen ein eigener Stil geworden. Man kann also nicht sagen “Das ist mittelalterliche Musik”, sondern man muss sagen “Das ist Corvus Corax”.
Ihr seid ja besonders bekannt für eure spektakulären und opulenten Live-Auftritte. Wie kommt Ihr auf diese Ideen?
Wir haben Spaß am Leben und Spaß an der Musik und einfach nur auf die Bühne zu gehen und da dann unser Material “runterzududeln” das passt uns nicht. Wir sind auf der Straße groß geworden, also der Venustus und ich und wir mussten davon Leben. Und damals musste man, um davon Leben zu können, spektakulär sein. Wir waren ja quasi Obdachlos, das wollten wir aber auch. Wir sind durch die Welt gezogen und haben uns dann Leute gesucht, bei denen wir geschlafen haben. So hat das angefangen. Wir haben uns überlegt “Okay, das muss jetzt so spektakulär sein, das wir uns davon ein Abendbrot verdienen.” oder ein Bandfahrzeug. Weil wir haben ja quasi mit einem Eselskarren angefangen damals.
Was darf man in der Hinsicht noch von euch erwarten? Gibt es schon konkrete Pläne?
Jetzt sind wir gerade im Studio und machen eine CD, das ist so eine Art Hörspiel-CD. Wir haben ja auch gerade den Markus Heitz getroffen, der ja die Romanreihe “Die Zwerge” geschrieben hat, die sich ja auch sehr erfolgreich verkauft. Jetzt machen wir mit Johannes Steck, einem Schauspieler mit einer sehr magischen Stimme, die er auch sehr extrem verstellen kann eine CD, die wird ungefähr 2,5 Stunden lang. Das ganze führen wir dann im Februar in München auf. Dabei spielt Johannes Steck, liest und wir machen dazu den Soundtrack. Natürlich spielen wir dabei auch ein paar Corvus Corax Stücke, aber wir machen auch richtig Soundtrack zwischendurch. Wir haben auch noch ganz viele verrückte Ideen, wie wir das ganze auch noch Schauspielerisch ein wenig unterstützen können. Das gab es in der Form auch noch nicht, das ist etwas ganz neues. Im Dezember sind wir dann mit Corvus Corax unterwegs, für viele ist vielleicht auch interessant, das es ein ganz neues Programm geben wird. Wir werden heute (auf dem Plage Noire Anm. d. Red.) das letzte Mal mit diesem Programm auftreten und dann ab Dezember Sachen aus zwanzig Jahren Bandgeschichte spielen. Wir haben auf unserer Homepage ein Voting gemacht, bei dem die Fans bestimmen konnten, was wir spielen sollen und da haben wir uns auch ziemlich dran gehalten. Wir spielen dann halt Songs, die schon sehr alt sind, aber auch welche, die wir noch nie Live gespielt haben. Im Januar sind wir mit Excalibur unterwegs, das ist eine “Celtic Rock Opera”, ein Freund von uns aus Frankreich – Alan Simon – hat eine Art Musical geschrieben und mit dem Touren wir dann durch wirklich riesengroße Hallen. Wir haben Excalibur in Kaltenberg nach dem Ritterturnier zweimal mit großem Erfolg aufgeführt. Dort wurde auch eine DVD aufgezeichnet. Wir spielen auch in als Headliner auf dem Wacken Open Air im kommenden Jahr, mit einer Show, die “Wacken brennt” heißen wird und da sagt der Name ja quasi schon alles. Dann haben wir noch zur Verfilmung des Fantasy-Romans “Game of the Thrones”, der in Schottland auf der Burg, auf der auch “Die Ritter der Kokosnuss” gedreht wurde, den Soundtrack beigesteuert. Das ganze soll später eventuell noch als Serie adaptiert werden und wir weltweit auf den wichtigsten Fernsehsendern ausgestrahlt. Und dann haben wir auch noch für das Computerspiel “Dragon Age” den Soundtrack gemacht, den man sich auch auf unserer Homepage www.corvuscorax.de gratis downloaden kann. Das ganze ist mit dem Bohemian Symphonie Orchester Prag und dem Passionata Chor Berlin entstanden. Das ganze ist auch im Stil von Cantus Buranus und ist unserer Meinung nach ein großes Kunstwerk geworden.
Ihr habt ja mit “Tanzwut” auch noch ein elektronisches Alter Ego. Allerdings ist es in letzter Zeit um
Corvus Corax | Foto: blackrose (Necroweb.de)
dieses Projekt recht ruhig geworden. Kann man dort in Zukunft auch auf neues Material hoffen?
Zur Zeit gibt es dort gar keine Pläne. Wir hatten jetzt mit Cantus Buranus II so viel zu tun, dann haben wir einen Auszug aus Cantus Buranus I&II als Orgelwerk verarbeitet und haben jetzt einfach mit allen Projekten soviel zu tun gehabt.
Ihr seid ja 2008 in Wacken ganz groß mit Orchester aufgetreten. Wie werdet Ihr von den Fans in Wacken, die ja eher Metal-Orientiert sind, empfangen?
Ich weiß noch, als wir 2005 das erste Mal in Wacken gespielt haben, standen die Münder offen. Da hat es ne ganze Weile gedauert, bis wir die Fans hatten. Beim Wacken 2008 war es ja so, das einen Tag vorher ja Iron Maiden aufgetreten sind. Und eine Tatsache, die uns ganz besonders Stolz macht ist, das es zwei Situationen gab, wo Die Haupteingänge geschlossen werden mussten, weil der Platz voll war. Das war bei Iron Maiden und bei Cantus Buranus. Was uns allerdings im Nachhinein geärgert hat, ist das einige Journalisten, die sich einbilden, eine Meinung zu haben darüber negativ geschrieben haben. Aber können sich denn 100.000 Leute irren? Da sollen die Journalisten einfach fair sein und gar nicht darüber schreiben, wenn es Ihnen nicht gefällt. Die 100.000 Leute hatten da auf jeden Fall mächtig Spaß, sonst wären wir ja auch nicht fürs kommende Wacken Open Air gebucht worden.
Wie waren denn generell eure Eindrücke von diesem Wacken Auftritt?
Das ist schon großartig. Man sieht ja das Ende gar nicht, wenn da die Arme hochgehen. 100.000 Leute sind echt viel. Die können auch ganz schön laut sein. Das ist einfach so eine Erinnerung, die man im ganzen Leben niemals vergessen wird. Wir waren ja auch mal auf dem St. Markus Platz in Venedig zum Karneval oder in Japan und in China, das sind alles Höhepunkte im Leben, die man nicht vergessen wird.
Ihr habt euch ja mit den den beiden Cantus Buranus Alben intensiv mit der Carmina Burana auseinandergesetzt. Ist das Thema Cantus Buranus für euch jetzt abgeschlossen, oder plant Ihr weitere Fortsetzungen?
Also einen dritten Teil wird es auf alle Fälle geben. Wir sind uns aber noch nicht sicher, ob das dann auch wieder aus der Carmina Burana sein wird, denn es gibt ja noch andere legendäre Handschriften. Das wird man dann sehen. Aber den Projektnamen Cantus Buranus wird es weiter geben. Mit Cantus Buranus interpretieren wir ja die Gesänge aus Benediktbeuern. Wir sind halt wahnsinnig und wollen noch viele verrückte Dinge in unserem Leben machen. Dafür haben wir ja auch noch vierzig Jahre oder so Zeit und da wird man noch einiges von uns hören. Es wäre ja auch Quatsch, wenn wir jetzt damit aufhören. Cantus Buranus kommt gut an und macht auch Spaß.
Corvus Corax | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Jetzt haben wir noch zehn Spontanfragen:
Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Frank Schätzing – Limit
Die drei tollsten Dinge, die sich jetzt gerade in deinem Kühlschrank befinden:
Serranoschinken, Ruccola und Hecht in Aspik
Dein meist gehasstes Schulfach:
Staatsbürgerkunde, das war früher in der DDR ein Schulfach.
Wenn du Frei hast, machst du am liebsten…:
In den Wald gehen.
Wieviel Kaffee trinkst du am Tag?
Ich sollte eigentlich gar keinen trinken, aber ich trinke ungefähr drei Tassen am Tag.
Dein größter bisher noch unerfüllter Wunsch:
Dieses Jahr habe ich mir meinen größten Wunsch erfüllt: Ich war in Mexico auf Yucatan Höhlentauchen. Ich bin da 40 Meter tief in einer Höhle getaucht und das ist Süßwasser und extrem spektakulär. Aber im Grunde weiter Musik zu machen bis zum Schlusss und dann auch sowas wie eine “Spielmannsrente” zu bekommen.
Was hörst du derzeit am liebsten?
Zur Zeit chinesische klassische Musik. Das ist total abgefahren, die habe ich aus China mitgebracht.
Gibt es eine CD in deiner Sammlung, für die du dich schämst?
Ganz viele. Ich kriege ganz viele CD’s einfach so zugesteckt und die sind alle noch zugeschweißt, also weiß ich gar nicht, ob ich mich dafür schämen muss.
Mit 66 Jahren…
Da geht’s einfach weiter. Mit 666, mal sehen was dann ist.
Möchtest du den Lesern noch irgendetwas mitteilen?
Wer sich ein wenig mit Corvus Corax beschäftigt hat, wir ja mitbekommen haben, das sich in unserer Besetzung etwas getan hat. Wir haben auch eine Menge gemacht, wir waren im Studio und haben geprobt und sind total froh jetzt, denn wir waren seit Jahren nicht mehr so kreativ und auch handwerklich so genial drauf wie jetzt. Es ist jetzt auch einiges bei uns passiert und das macht uns richtig froh. Wir sind total heiß auf das neue Programm. Corvus Corax wird es jetzt mehr denn je geben.
Wir haben uns auf dem Plage Noire Festival mit Katha und Martin von Mono Inc. getroffen und in gemütlicher Runde ein kleines Interview geführt.
Stellt euch und eure Musik doch einmal vor.
Wir sind Mono Inc.. (Katha) Ich bin Katha. (Martin) Und ich bin Martin.Wir kommen aus Hamburg und machen eine Mischung aus Gothic und Rock. Wir haben noch zwei weitere Mitglieder: Manuel und Karl, die Gitarre und Bass spielen. Mono Inc. hat namens mäßig nichts mit Mono oder Stereo zu tun, sondern hängt mit Monomanie zusammen. Das ist ein Begriff aus der Krankheitslehre und bedeutet Teilwahnsinn. Also nicht Audio.
Woher bezieht Ihr die Inspirationen zu euren Songs? Gibt es bei euch ein Mastermind oder setzt Ihr euch alle zusammen? Oder bekommt Ihr einfach Geistesblitze?
Alles das. Du nimmst die Antworten vorweg. Es sind alles Geistesblitze und die Inspirationen kommen eigentlich aus dem täglichen Leben. Das neue Album “Voices of Doom”, welches gerade im Handel erschienen ist, ist musikalisch hauptsächlich durch die Live-Erlebnisse inspiriert, die wir im Frühjahr dieses Jahres hatten. Wir sind ja seit April fast durchgehend auf Tour gewesen. Dieses Album ist musikalisch auf Tour entstanden, das heißt, es hat sehr viel Adrenalin und sehr viel vom Livegefühl inne. “Voices of Doom” ist auch das erste Album, bei dem wir denken, das es das, was wir Live sind am besten auf CD transportiert. Lyrisches steht natürlich immer auf einem anderen Blatt Papier, das ist so meine (Martin) kleine Welt in meinen 14 Quadratmetern. Wenn ich dann die Jalousien herunter lasse und sich dann Dinge ergeben, die einfach ihren Lauf nehmen. Die kann ich auch nicht kontrollieren. Bei “Voices of Doom” war es so, das ich nachdem zwei Songs entstanden waren festgestellt habe, das es ein Konzeptalbum wird also textlich gesehen. Und das ist es letztendlich auch geworden. Es ging textlich wesentlich schneller als jedes andere Album, das ich je geschrieben habe. Es floss einfach. Das war sehr einfach. Ich hoffe, das bleibt so.
Wovon handeln eure Songs?
Auf jeden Fall muss man sagen, das es eher melancholische Sachen sind. Eher die dunkle Seite des Lebens, denn an hellen Tagen bin ich mit meiner Familie oder der Band grillen. Dann sind wir auf dem Fußballplatz oder genießen einfach den Sonnenschein. Und an den dunklen Tagen, zum Beispiel im November wenn es regnet, dann sitzt man im Studio und nimmt die Gitarre oder das Klavier und fängt an Songs zu schreiben. Das heißt, es ist alles grundsätzlich eher melancholisch geprägt.
Aber es gibt nicht einen Themenbereich, auf den Ihr euch fixiert?
Wir sind keine politische Band. Textlich handelt es von dem, was mich bewegt. Ich (Martin) schreibe die Texte Auto-biographisch. Und genau das ist es, was die Texte authentisch hält. Derjenige, der den Text schreibt, soll dazu stehen können. Wenn du als Texter rüberbringen kannst, das es deine Erfahrungen sind, dein Lebensweg, dann merkt das der Konsument, der Fan. Bisher haben wir damit gute Erfahrungen gemacht und werden das auch nicht ändern. Ich werde nicht über Sachen schreiben, von denen ich nichts verstehe.
Ihr wart vor kurzem mit ASP und Subway to Sally auf Tournee. Das sind ja zwei recht große Bands in der Szene. Was sind eure Eindrücke von dieser Tournee? Wie haben euch die Fans von ASP und Subway to Sally empfangen?
Bei Subway to Sally waren wir vorher schon ein wenig skeptisch, weil die eher in die Metal Richtung gehen. Wir sind halt
Mono Inc. | Foto: blackrose (Necroweb.de)
ein wenig poppiger, was wir nicht schlimm finden, aber wir hatten halt die Befürchtung, das es beim Publikum vielleicht nicht ganz so gut ankommt. Aber unsere Erwartungen wurden übertroffen. Es war total super und wir waren sehr begeistert, wie wir von den Fans angenommen wurden. Es war eine sehr schöne Tour von der wir auch sehr schöne Erinnerungen haben. Bei der ASP Tour waren dann auch tatsächlich Fans in der ersten Reihe, die schon bei der Subway to Sally Tour mit dabei waren. Das war ein sehr schönes Gefühl, weil es zeigt, das wir echt gut angekommen sind. Davon abgesehen ist es natürlich eine sehr schöne Erfahrung, das wir mit diesen Bands – also ASP, die ja heute Abend auch noch spielen und Subway to Sally, mit denen wir im nächsten Jahr viele Festivals spielen – so tiefe Freundschaften geschlossen haben, das wir uns auch privat treffen. Also zu wirklich privaten Veranstaltungen.
Also ist es nicht so, das Ihr komplett voneinander getrennt agiert habt?
Doch natürlich haben wir getrennte Garderoben und reisen auch getrennt an. Wenn wir zu einem Gig fahren, sind wir alles Profis, aber was man selten erlebt ist, das wir uns – wenn zum Beispiel Welpen geboren werden – gemeinsam treffen und den Grill anwerfen. Oder wenn Subway to Sally nach einem Headliner Gig in Wacken am nächsten Tag bei uns zum Mono Inc. Grillfest vorbeikommen. Das ist sicherlich etwas außergewöhnliches und da sind wir was den menschlichen Bereich angeht sehr stolz. Du hast halt im Musikgeschäft – und wir sind ja nicht erst seit gestern dabei – viele Interessengemeinschaften, viele Freunde aber auch viele “so called Friends” und da sind die Erfahrungen mit Subway to Sally speziell und auch mit ASP sehr angenehm. Das ändert einfach den Blickwinkel. Diese Bands sind nette Freunde, nette Kollegen, die wir jederzeit wieder gerne treffen. Das gilt auch nicht nur für die Musiker, die auf der Bühne stehen. Hinter so einer Band steht ja auch immer eine Crew, die aus zehn bis zwanzig Leuten besteht. Das war heute ein großes Hallo, als wir heute angekommen sind und unsere Crew die Crew von ASP getroffen hat. Alle liegen sich in den Armen und fangen schon an zu trinken, bevor der Job anfängt. Das fand ich nicht so gut. Aber unterm Strich ist es eine schöne Erfahrung.
Ihr habt gerade erst euer aktuelles Album “Voices of Doom” veröffentlicht. Gibt es trotzdem schon Pläne für einen Nachfolger? Ihr habt ja in letzter Zeit die Alben quasi im Jahresrhythmus veröffentlicht.
Ja teilweise sogar weniger. Wir haben jetzt drei Alben in zwei Jahren veröffentlicht und haben uns eigentlich gedacht, das wir uns jetzt eine kleine Veröffentlichungspause gönnen. Nun haben wir aber von unserer Plattenfirma erfahren, das wohl für den Herbst etwas geplant ist. Wir sind uns da noch nicht so ganz einig. Vielleicht werden wir ein Live-Album machen oder eine Live DVD von der Tour.
Habt Ihr bereits Live-Pläne für das kommende Jahr?
Ja wir haben bisher 18 bestätigte Club-Shows im Frühjahr (Die Termine findet Ihr am Ende des Interviews). Zusätzlich stehen glaube ich zehn Festivals schon fest. Also Amphi, Summer Breeze, Rock Harz und so weiter. Es wird auf jeden Fall schwierig uns nächstes Jahr aus dem Weg zu gehen.
Wie wichtig ist für die Band Mono Inc. Das Internet? Insbesondere Web 2.0 Plattformen wie MySpace, Last.fm Facebook usw. Habt Ihr da Leute, die das für euch verwalten oder regelt Ihr das selber?
Mono Inc. | Foto: blackrose (Necroweb.de)
Größtenteils machen wir das selber. Natürlich ist es so, das es wenn man 50.000 MySpace Freunde hat, irgendwann schwierig wird, alle Anfragen persönlich zu beantworten. Das passiert halt auch manchmal, das ein Fan zu mir kommt und sagt “Hey wir kennen uns doch, wir sind doch MySpace Freunde” und ich dann antworten muss: “Klar! Welcher von den 50.000 warst du grad?”. Das läuft also nicht mehr komplett durch unsere Hände, das geht einfach irgendwann nicht mehr. Aber wir versuchen natürlich so viel wie möglich selbst zu machen. Wir bekommen aber auch die Sachen, die wirklich relevant sind weitergeleitet. Ansonsten ist für Mono Inc. Das Internet genauso wichtig wie für jeden anderen Menschen auch. Wer kann noch ohne Outlook leben? Abgesehen von der Band läuft meine gesamte Kommunikation mittlerweile übers Netz.
Was ist euch wichtiger? Studioarbeit oder Live-Auftritte?
Sagen wir mal so: Die Studioarbeit ist natürlich extrem wichtig, da das die Basis ist für das, was du Live spielst. Live ist das natürlich so, das du in Zeiten von – Ich möchte jetzt keine anderen Bands dissen – iPod-Bands, die mit einem iPod auf die Bühne gehen, also hinten steht der iPod und vorne steht das Mikro, das ist nicht unsere Welt. Für uns hat das einfach nichts mehr mit Rock’n'Roll zu tun. Was das angeht sind wir eher traditionalistisch – Rock’n'Roll interessiert – und wollen das, was wir da darbieten, so gut es geht noch selber kreieren. Das bedeutet natürlich, das wir auf die Einspielung vom Bass nicht verzichten können, weil hier einfach kein Budget und auch kein Platz vorhanden ist für ein zwanzig Mann Orchester. Aber wir arbeiten alle wirklich Live. Aber für uns ist Live das wichtigste.
Tourtermine von Mono Inc. 2010:
21.01.2010 Osnabrück – Bastard (+Special Guest) 22.01.2010 Frankfurt – Nachtleben (+Special Guest) 23.01.2010 Wuppertal – LCB (+Special Guest) 28.01.2010 Köln – Underground (+Special Guest) 29.01.2010 Berlin – Magnet (+Special Guest) 30.01.2010 Leipzig – Moritzbastei (+Special Guest) 04.02.2010 Hamburg – Logo (+Special Guest) 26.02.2010 Stuttgart – Club Zentral (+Special Guest) 27.02.2010 Ingolstadt – Paradox (+Special Guest) 28.02.2010 München – Backstage Club (+Special Guest) 04.03.2010 Kiel – Pumpe (+Special Guest) 05.03.2010 Nürnberg – Hirsch (+Special Guest) 05.06.2010 Mülheim/Ruhr – Castle Rock 12.06.2010 Tutow – The Dark Place Festival 08.-10.07.2010 Quedlinburg/Ballenstedt – Rockharz Open-Air 25.07.2010 Köln – Amphi Festival
Nachdem das Plage Noire Festival dieses Jahr trotz der Tatsache, das es zum ersten Mal stattfand, ein riesen Erfolg war, hat der Veranstalter FKP Scorpio beschlossen, das Plage Noire auch im kommenden Jahr zu veranstalten.
Dazu gibt es im offiziellen Forum des Plage Noire die Möglichkeit, euch Bands und Lesungen zu wünschen. Diese Wünsche sind zwar nicht bindend, werden aber durchaus überprüft und vielleicht ist eure Lieblingsband kommendes Jahr dabei.
Das Plage Noire Festival, welches dieses Wochenende in der Ferienanlage Weissenhäuser Strand stattgefunden hat ist beendet.
Ihr habt ja sicherlich unsere Kurzberichterstattung verfolgt. Doch unsere Arbeit ist damit nicht getan. In den nächsten Tagen werdet Ihr noch massig Fotos vom Plage Noire zu sehen bekommen, wir schreiben natürlich noch einen ausführlichen Festivalbericht und wir haben auch noch zwei Interviews geführt.
Niemand geringeres als Mono Inc. und Corvus Corax standen uns auf dem Festival Rede und Antwort. Ihr dürft auf die Ergebnisse gespannt sein.
Wir haben auf jeden Fall ein gelungenes erstes Plage Noire erlebt und danken an dieser Stelle auch noch einmal dem Veranstalter FKP Scorpio für die sehr gute Zusammenarbeit.
Das Plage Noire war – so viel kann ich hier schon in aller Kürze sagen – ein sehr gut organisiertes Festival, das nicht nur eine außergewöhnliche Location aufweisen konnte, sondern auch ein wirklich gelungenes Line-Up zu bieten hatte.
so und nun werden wir uns hinter unsere PC’s klemmen, um möglichst schnell unser gesamtes Material Online zu stellen.
Natürlich geht ab morgen auch unsere normale Newsversorgung wie gewohnt weiter.
Schemenhaft erkennt man unter Umständen ASP auf dem Foto. Wir haben jedoch eine Kollegin im Fotograben, es wird schönere Fotos geben.Erwartungsgemäss ist das Zelt voll und ASP hat die Menge seit dem ersten Ton in der Hand."How far would You go" eröffnete disen Auftritt.Ich werde jetzt gepflegt rumrocken ;-)Next Act: Lesung von Markus HeitzGreetz Hypnotoad
Die Stimmung hier im "Witthüs" ist genial. Nachdem dem netten Mann mit dem Mikro das Licht zu hell war und er es persönlich dunkler gemacht hat ist das Bild noch mieser als sonst. Ihr bekommt aber noch schöne zu sehen.Die Show von Rotersand ist spitze. Der Sound in diesem "Kabuff" ist krank und laut :-)Next Act: ASPGreetz Hypnotoad