Interview: Mailer zum Album “I HATE GOD” powered by Promofabrik
Hallo Sik und hallo Bones. Euch beide gibt es ja auch schon eine ganze Weile im Musikbusiness. Wie habt ihr euch damals gefunden?
S: Wir haben uns kennengelernt als Bones eine Annonce geschaltet hatte, um gleichgesinnte Musiker für elektronische Musik zu finden, um eine Vereinigung von Band zu gründen, die wir einfach „The Kollektiv“ nannten. Die Idee dahinter war einfach, daß man als Einheit auftritt, um Gigs zu bekommen und zu promoten, was man tut.
B: Das hat aber nur ein oder zwei Jahre gehalten. Aber Sik und ich wurden gute Freunde und wir hatten ja auch das Interesse an EBM gemeinsam. Tatsache ist, daß unser Musikgeschmack praktisch identisch ist, was es uns sehr einfach macht, Entscheidungen in musikalischer Hinsicht zu treffen – weil wir wissen, daß der andere damit einverstanden sein wird.
S: Im Jahr 1995 haben wir dann entschieden, gemeinsam in Sydney die erste „Industrial Club Night“ zu veranstalten: Virus. Diese Veranstaltung war auch dafür verantwortlich, daß Bands wie Leather Strip oder Dance or Die hier in der Clubzene plötzlich bekannt wurden.
B: Als ein Teil des Virus-Konzeptes haben wir manchmal live-sets gemacht, und einen Abend brachte Sik ein Set unter dem Namen Novakill auf die Bühne, das hauptsächlich aus überarbeiteten Songs seines Projektes Legion bestand, daß er damals mit seinem Bruder gemacht hatte. Aber nun mit einerm stärkeren EBM-Feeling. Ich mochte den Namen und wollte in unbedingt nutzen, so kam ich auf die kühne Idee, Sik nach einer Kooperation zu fragen.
Warum habt ihr Euch einen Synthi gekauft, anstatt zum Beispiel Maler oder Bildhauer zu werden?
S: Bones war in der Armee und brauchte etwas, was er am Abend nach der Arbeit tun konnte, um dem üblichen Leben in Alkoholabhängigkeit zu entgehen. All seine Lieblingsbands spielten damals Gitarre und Keyboard – z.B. The Stranglers, Ultravox und Magazine. Weil er Linkshänder ist, war er nicht sicher, ob er jemanden finden würde, der ihm Gitarre richtig beibringen könnte. Deswegen hat er sich einfach einen Synthie gekauft.
B: Sik war wirklich an einem Kunstcollege, wo er zuerst Malerie und Bildhauerei studiert hat, bevor er sich den ersten Synthesizer zulegte. Malen zu Klängen und Filmen war es, wie er anfing elektronisches Equipment zu benutzen und Soundlandschaften und Tracks zu machen. MIDI war noch ganz neu und einer seiner Professoren, der mit Severed Heads arbeitete), zeigte ihm damals eine frühe Version von Steinberg64, die er nutze. Diese Seuqencer wurde ja dann zu Cubase weiterentwickelt.
Hinter euch liegt nun eine längere Pause. Was hat euch dazu bewegt, diese einzulegen?
S: Das war nicht geplant. Wir sind ja keine Vollzeitmusiker. Es war nicht einfach, in den letzten Jahren Zeit zu finden, an neuem Material zu arbeiten. Zu unterschiedlichen Zeiten hatten wir beide sehr anstrengende Jobs und Familienverpflichtungen, die es sehr schwierig gemacht haben, da wirklich voranzukommen. Als wir aber dann eine kritische Masse an Rohmaterial zusammen hatten, lief alles immer schneller und besser zusammen. Es gab aber eine große Unsicherheit, ob wir nochmal eine CD veröffentlichen könnten, also hatten wir auch keinen feste Zeitplan. Deswegen konnten wir auch endlos an den Mixen herumschrauben. Als wir dann die Vereinbarung mit unserem Label hatten, war das aber alles ganz einfach fertigzustellen.
Was hat sich durch die Pause geändert oder seid ihr eurem Stil treu geblieben?
B: Nicht bewußt oder freiwillig, aber den Konsens scheint zu sein, daß das neuen Album eine Art Aufbruch vom ersten ist. Für uns ist es einfahc einen natürliche Weiterentwicklung von dem, was wir schon immer gemacht haben und wir haben da natürlich auch großen Nutzen aus den Verbesserungen unserer Fertigkeiten und in Hard- und Software gezogen. Wir fühlen auch, daß wir jetzt zu unserem Sound gefunden haben, was uns wahrscheinlich auch mehr Freiheit gegeben hat, neues zu entdecken und unsere Grenzen auszutesten. Ich denke, da ist eine größere Vielfalt auf dem Album, und eine Erweiterung unseres Spektrums zu hören.
Ihr habt beide vor der Gründung von NOVAKILL schon viele Jahre mit Musik zu tun gehabt. Gibt es heute „nur“ NOVAKILL oder gibt es auch noch andere Projekte? Wenn ja, welche?
S: Bones hat unter dem Namen EATHLY QUIET! viele Jahre lang gearbeitet und Sachen auf Cassette, Vinyl oder CD herausgebracht. Er hat erstmal angefangen im tropischen Queensland aufzutreten, und zwar 1985 in Townsville. Es hatte damals ein unendlich komplexes Analogsetup, wofür er eine Stunde Aufbauzeit brauchte. Das wich dann einen eher pragmatischen MIDI-Setup, das seine Shows besser und einfacher machte. Die letzte DEATHLY QUIET!-Show war um die Jahrhundertwende und Bones hat auch keine Pläne, daß in irgendeiner Form nochmal zu beleben.
B: Sik hatte etwas Musikunterricht in der Schule, aber er fing erst am Kunstcollege an, selbst zu komponieren. Das waren düstere Soundkollagen und Noises, weniger konkrete Songs. Später hat er die Band LEGION mit seinem Bruder gegründet, nachdem sie sich einen Sampler gekauft hatten und ein paar Shows gespielt hatten. Eine ausgeprägte Sammlung von Industrialmusik und der ähnliche Geschmack führte dann dazu, dass wir gemeinsam DJ-Sets im VIRUS gemacht haben und hat schlielßlich zur gemeinsamen Arbeit an NOVAKILL geführt.
Eure Gründung ist auf das Jahr 1996 zurück zu datieren. Warum hat die erste Veröffentlichung bis ins Jahr 2003 gedauert?
S: Veröffentlichungen waren nie unser Hauptaugenmerk. Wir haben uns immer darauf konzentriert live zu spielen, abgesehen davon, daß es hier in Australien praktisch keinen Sinn macht, etwas zu veröffentlichen. Es war unsere einmalige Chance, daß wir Kai Schmidt getroffen haben, der Funker Vogt managed und RepoRecords führt. Bones legte in einem Club auf und hatte sich grade die erste Funker Vogt-CD gekauft. Nachdem er ein paar Track davon gespielt hatte, kam Kai zu ihm und stellte sich vor. Er lebte in Hameln, studierte aber in Sydney. Es entstand eine Freundschaft und schließlich nach ein oder zwei Jahren auch die Geschäftsbeziehung. Alles weitere entwickelte sich von da ab.
Nun erscheint mit „I HATE GOD“ euer dritter Longplayer auf dem Label RepoRecords. Wie lang habt ihr für dieses Album gebraucht?
Das war ein kontinuierlicher Prozess. Als wir KILLeveryone fertig hatten, hatten wir ein paar Songs übrig, die wir dort nicht unterbringen konnten, von denen wir aber dachten, daß die gut genug seien, aber noch nicht fertig. Diese waren der Kern für das, was wir dann neu anfingen. Für längere Zeit hatten wir nur Material für vielleicht ein halbes Album, von dem wir überzeugt waren, daß es gut wäre. Doch dann hatte Sik einen Inspirationsschub und schrieb ein paar richtig gute Songs sehr schnell hintereinander, die das Album dann vollendeten. Als wir 2007 dann mit Nitzer Ebb tourten, hatten wir die Möglichkeit die Songs auch auf der Bühne zu testen. Von da an haben wir eineinhalb Jahre gebraucht, um das Album fertigzustellen und noch ein paar neuere Songs hinzuzufügen.
Als wir den Remixcontest letztes Jahr starteten, war es eignetlich geplant, daß das Album zum Zeitpunkt des Contests fertig sein sollte, aber wir haben uns noch mit den Texten für ein paar Songs rumgequält und zwei Deadlines verpasst, die wir uns selbst gesetzt hatten. Es ist eigentlich erst vor ein paar Monaten fertig geworden, wir mussten jetzt nur noch auf unser Label warten, die große Anstrengung in die Promotion setzen, die auch Zeit braucht, um organisiert zu sein.
Darauf befinden sich 14 Tracks – also eigentlich 11 Tracks und drei Mixe. Für die Mixe gab es auch einen Contest. Wie seid ihr damals an die Sache herangegangen, um das publik zu machen, dass ihr den besten Remix sucht?
B: Wir haben den Contest gemacht, um den besten Remix zu wählen. Objektiv und real. Wir hatten eine Menge Bewerber, aber viele schienen das Ziel verpasst zu haben, indem sie viel Energie rausgenommen haben ohne etwas wieder zurückzugeben. Viele der Einsendungen waren technisch wirklich auf einem hohen Level, aber es war einfach, es auf ein halbes Dutzend gutes Beiträge zu reduzieren, die unserer Meinung nach das boten, wonach wir suchten. Der Gewinner war eine unproblematische Entscheidung, aber mit den anderen beiden haben wir uns wirklich schwer getan. Es gab auch andere Mixe, die es geschafft hätten, aber sie waren einfach zu ähnlich im Vergleich zum Gewinner, aber nicht genauso gut.
Haben denn viele Leute an diesem Contest teilgenommen? Was passiert mit den nicht gewonnenen Remixen?
B: Wir hatten etwa 40 Einsendungen. Wir bringen ein paar auf MySpace, aber viele der Bewerber stellen die auch auf ihre eigenen Seiten. Zu diesem Zeitpunkt ist es unwahrscheinlich, daß wir etwas mit dem Material machen werden, aber man weiss ja nie.
Warum wurde ausgerechnet der Song „Demonizer“ dafür ausgewählt?
S: Wir haben den Song ein paar Mal live gespielt und fühlten uns mit dem Song gut, Also haben wir die Vocals für ihn und bloodELEkTRIk aufgenommen. Demonizer war einfacher vom Logistischen her, mit nur ein paar einfachen Vocals zum downloaden. Und wir dachten, daß er mehr Potential hätte. Zu dem Zeitpunkt hatten wir weWORK oder kOMBAT noch nicht geschrieben, so wir hatten nur die Wahl zwischen den beiden, für die wir Vocals hatten.
Auf der Scheibe befindet sich auch ein Cover zu Ultravox’s „Sleepwalk“. Was hat euch an dem Song so fasziniert?
B: Ultravox’s Systems of Romance war eines der ersten New Wave-Alben, die ich je gehört habe. Und es ist immer noch eines meiner Favouriten, 30 Jahre später! sleepWALK is vom darauffolgenden Album ohne John Foxx, aber es war eine gute Wahl für uns als Cover, weil es irgendwie gut zu unserem Stil passte. Eigentlich hatten wir ursprünglich vor, The Cure’s „One hundred years“ zu covern, aber das war ein sehr langes Stück und wir hatten nicht mehr genug Platz auf der CD ;-)
Habt ihr früher auch schon das eine oder andere Cover gemacht?
B: Ja, eine Menge. Wir haben Cabaret Voltaire’s “I Want You” und The Sisters of Mercy’s “Body Electric” auf einem der ersten Gigs gespielt. „Alice“ war auf unserem letzten Album und wir haben „One Hundred Years“ ein paar Mal live gespielt. Pet Shop Boy’s „It’s a sin“ hatten wir auch bearbeitet, ging aber dann irgendwie beim Wechsel von Hard-auf Software verloren.
Und warum hasst ihr „Gott“ so sehr?
S: Der Grund ist selbsterklärend für jeden, der Zeitung liest oder fernsieht. Die schlimmsten Greueltaten werden im Namen Gottes verübt, Dinge, die Leute wie Charles Manson oder Jeffrey Dahmer wie böse kleine Schuljungen aussehen lassen. Daß Religion in unserer modernen Gesellschaft noch immer so populär ist, können wir einfach nicht verstehen.
Alle Eure Tracks tragen Titel mit Themen von Zerstörung, Tod und Brutalität. Was ist Eure Herangehensweise an NOVAKILL und der Background der Band?
B: Wir haben eine klare Vorstellung davon, was Novakill sein soll. Wir wollen die Leute mit den Gegebenheiten konfrontieren und hoffentlich auch zum nachdenken anregen, die sie als gegeben und selbstverständlich in ihrem Leben betrachten. Warum ist es so wichtig hart zu arbeiten und viel Geld zu verdienen? Wer hat einen Vorteil davon? Warum macht es nicht mehr Sinn nur soviel zu arbeiten we man braucht um zu überleben und zurechtzukommen und den Rest der Zeit einfach damit zu verbringen, Dinge zu tun, die wir eigentlich wirklich machen wollen. Macht Dich ein großer Widescreen-TV glücklicher oder ginge es Dir besser, wenn Du einfach den ganzen Tag am Strand abhängen könntest und einfach nur abends Pizza ausfahren würdest, um die Miete zu bezahlen?
S: Die Gesellschaft kaut die Leute durch und spuckt sie einfach aus. Sie weiß, was uns motiviert und nutzt das gegen uns, um sich selbst zu erhalten auf unser aller Kosten. Wir widmen unser Leben der Gesellschaft, aber am Ende schert sie sich einen Dreck. Wir glauben, wir arbeiten für uns, aber es ist eigentlich nur eine Fassade. Was bekommt man von einem 100000-Dollar-BMW, was man von einem verläßlichen Gebrauchtwagen nicht bekommt? Was du kriegst ist nur einen noch höheren Kredit, der dich zwingt noch härter zu arbeiten um die Schulden abzubezahlen. Dasselbe mit dem Wohnen: Keiner braucht ein eigenes Haus. Es gibt einen ganzen Industriezweig dafür, damit die Leute in Verunsicherung überzeugt werden, daß sie ihre Familie nur vor Kriminellen schützen können, wenn sie sich in Kreditschulden für den Rest Ihres Lebens stürzen.
B: Der Westen, also die vornehmlich christliche Gesellschaft in der wir leben, ist unkritisch und lächerlich (auch Adjektive, die wir für Religion benutzen würden). Sie gehört abgerissen und weggeworfen. Die Ideen der Zerstörung und des Verfalls haben eine gewissen Faszination. Die Möglichkeit, außerhalb des Systems zu existieeren, außerhalb von Ordnung und Kontrolle.
S: Und natürlich gbt es genug Tod, Zerstörung und Brutalität in teilen der Welt, die diese Worte und Konzepte relevant machen. Und wie schon erwähnt, viele dieser Taten werden im Namen eines Gottes verübt.
Das Neue Album – könnt ihr da eine Kernaussage dazu formulieren, die ihr dem Hörer vermitteln wollt?
S: Nicht wirklich. Wir wollen, daß die Leute es schätzen und genießen. Wir stellen uns nicht hin und predigen den Leuten etwas vor, vielleicht abgesehen von der vorherigen Antwort. Wir fühlen nur, daß wir Texte schreiben sollten und auf der Bühne singen sollten, die uns auch selbst etwas bedeuten. Das Album hatte eigentlich einen ganz anderen Arbeitstitel, aber als wir mehr und mehr an den Songs arbeiteten, kam das Thema „I hate God“ immer mehr als Summa Summarum durch.
Was ist Eure Meinung zu Platon’s „Untersterblichkeit der Seele“, wie sie in Phaidon dargestellt wird, mit ihren Zyklen aus Schlaf- und Wachzustand, Leben und Tod, in Korrelation zu Eurem Album?
B: Das ganze Konzept der Seele ist Eingebildetheit auf höchster Ebene. Der Mensch ist ein Tier, nicht anders als eine Katze oder ein Schimpanse. Ich habe nie verstanden, warum die Menschen so verzweifelt nach ihrem besonderen Platz im Universum suchen. Ich denke, viele Menschen nehmen sich und ihr Leben einfach viel zu ernst.
S: Plato’s Konzepte sind interessant, wenn man bedenkt in welcher Zeit er gelebt hat, in einer Zeit weit vor moderner Wissenschaft. Einige Idee sind beschränkt auf die Ideen dieser Zeit, und die „Unsterblichkeit der Seele“ is ein Schluß aufgrund fehlendem Wissens und Verständnisses, daß wir jetzt im Nuklearzeitalter haben. Während das Wissen um Partikel und Atome recht alt ist, ist doch das Verständis für deren Interaktionen und Wirkungen erst in den letzten hundert Jahren entstanden. Und noch gibt es viele Geheimnisse zu entdecken! Damals hat sicher die Analogie von Schlaf und Wachheit mit Tod und Leben, oder den Jahreszeiten, wo zum Beispiel im Frühjahr die Planzen „Zurückkehren ins Leben“, viel mehr Sinn gemacht als heute. Das Konzept der unsterblichen Seele ist natürlich von der Religion gestohlen worden, um die Menschen zu kontrollieren. „Tu das“ und du kommst in den Himmel, „Tu dies“ und du fährst zur Hölle. Um 400 n.Chr. sprachen Augustinus und Pelagius über die Idee der Ursünde. Die katholischen Authorität ging als Sieger hervor und seither ist die Ursünde als Dogma verankert.
B: Falls die Frage eher auf Tod und Schlaf in Vergleich zu unserem langem Schweigen zwischen den Releases abzielt, könnte man das schon als ein „Wiedererwachen“ sehen, aber das war nicht bewußt von uns so gewollt. Wir fühlen uns nun wiedererstarkt und haben auch schon Pläne für die nächste CD, aber wir wollen erstmal abwarten, was „I hate God“ so bringt.
Der religiöse Glaube hat zu vielen Konflikten auf der Erde geführt. Glaubt ihr, daß es Sinn macht, seinen Haß auf eine der ursächlichsten Gründe, das religiöse Symbol an sich, zu projizieren?
B: Haß ist eines starke Emotion und daher ein exzellenter Antrieb. Es geht eigentlich nur darum, wie man diesen Antrieb kanalisiert. Das macht es letztendlich aus, ob es eine positive oder negative Kraft in der Welt ist. Warum spendet man Geld für einen guten Zweck? Weil wir es HASSEN, daß Armut existiert und wir das System hassen, welches diese aufrecht erhält.
Glaubt Ihr, dass Hass eine Lösung für die dringenden Fragen unserer Zeit ist?
S: Haß, genauso wie Atheismus, hat eine schlechte Reputation. Trainer nutzen Haß, um ihre Teams zum Gewinnen zu motivieren. Es ist eine einfache Art, Dinge in die richtige positive Richtung zu bewegen. Wir hassen God als ein Symbol der Religion und als Entschuldigung für Verbrechen und Barbarei. Wir wollen damit nicht ausdrücken, daß wir jeden verletzen wollen, der an Gott glaubt, aber es motiviert uns zu versuchen, die Einstellung der Leute zu ändern. Also ja, richtig gelenkt kann Haß eine kraftvolle Motivation sein und kann definitiv auch benutzt werden, um gute und noble Ziele zu erreichen.
Glaubt ihr das Zerstörung und Negativismus aus der derzeitignen Lage herausbringen kann, in der die Menschheit grade steckt?
S: Wir glauben, die Dinge stehen so schlecht, sind so tiefgründig versumpft, daß ein sinnvoller Anfang nicht nicht mehr unmöglich. Was wir brauchen ist ein neuer Anfang, alles abzureißen und von grundauf neu aufzubauen. Das geht nunmal nicht ohne eine massive Zerstörung und das würden wir begrüßen!
Was ist Eure Meinung zu μετεμψύχωσις παλιγγενεσία?
B: Wir sehen das eher in Richtung Evolution; daß Wissen und Instinkt von Generation auf Generation durch die DNA weitergegeben wird. Und Menschen benutzen dafür auch Kunst, Tonaufnahmen und Dokumente.
Metempsychosis, Wiedergeburt und Seelenwanderung sind sehr alte Konzepte und es gibt keinen Grund, die zyklische Natur der Dinge anzuzweifeln.
Wissenschaft beschäftigt sich mit der Übertragung und Umwandlung von Materie und Energie und hat entdeckt, daß wir alle aus Atomen bestehen, die in einem ständigen Kreislauf aus Zerfall und erneuter Anordnung zu einer neuen Form zirkulieren. Quantenmechanik, obwohl sie schon seit hundert Jahren bekannt ist, entwickelt sich noch immer weiter. Die Konzepte von Materie und Antimaterie oder schwarzer Materie sind noch nicht vollkommen verstanden. Vielleicht ist ja alles miteinander eng verbunden. Vielleicht auch nicht.
Was ist Eure Einstellung zum Tod und was danach kommen könnte?
S: Tod ist das Ende des Lebens. Das ist nichts danach. Warum sollte irgendjemand zeigt damit verschwenden, sich Gedanken über Dinge zu machen, die jenseits unserer Fassungskraft liegen? Du hast nur einen Versuch, also bau’ keine Scheisse!
Kreuzzüge sind das Thema eines Songs. Bezieht Ihr Euch da auf die mittelalterlichen Ereignisse oder was könnt ihr dazu sagen?
S: Wir versuchen da Parallelen zu zeigen zwischen den aktuellen Ereignissen und dem Mittelalter. Es ist ein klassisches Beispiel sich wiederholender geschichtlicher Ereignisse.
Die Presseinfo sagt, daß ihr mit modernen und ganz neuen Geräten und Software arbeitet. Darf man fragen, was ihr da so am Start habt?
S: Alles entsteht im PC, wir benutzen da die Software ORION von Synapse Audio. Wir haben die schon sehr lange Zeit in Benutzung und sind damit groß geworden. Auf der Bühne benutzen wir etwas Hardware, aber die meisten Sounds kommen vom PC. Die Hardware ist eher nur ein Interface. Neben den Sounds in ORION nutzen wir noch ein paar kostenlose Plugins und Synthies-Software, die wir selber schreiben.
Reden wir mal etwas über Eure Live-Konzerte. 2005 habt ihr auch auf dem WGT spielen dürfen. Wie war das damals für euch?
B: Unser deutsches Management hat uns dazu verholfen. Als das bestätigt war, haben wir noch eine Show im Slimelight in London gemacht. Das war eine großartige Erfahrung und etwas, was wir gerne wiederholen wollen.
2004 bis 2007 ward ihr u. a. mit Covenant, KMFDM, VNV Nation, Nitzer Ebb und auch Combichrist auf Tournee. Wie kam dies zustande und was habt ihr da so alles erlebt?
B: Es ist immer interessant, die verschiedenen Einstellungen und Lebensauffassungen der Leute kennenzulernen, von voll abgedrehten Rockstars bis hin zu schüchternen, hartarbeiteten Jungs. Aber du kennst ja die Redensart: Was auf Tour passiert, bleibt auf der Tour.
Welche Musik hört ihr eigentlich privat?
B: Derzeit höre ich meistens alte 80er Musik. Punk und New Wave von Bands wie Wire, New Model Army, Killing Joke und Ultravox. Ich höre kaum noch EBM wie früher, vor allem, weil da kaum gutes neues Material herauskommt. Die neuesten Sachen, die ich häufiger anhöre, sind Steril „Realism“, John Foxx und Louis Gordon.
S: Ich browse oft durch MySpace, um mal hier mal da was anzuhören. Sowohl altes als auch neues Zeug. Ich hab mir zuletzt nur Filmmusiken gekauft. Meistens hole ich mir dann auch mal irgendwas aus der Industrialecke, oder artverwandtes, z.b. Zero Defects. Das ist derzeit mein Favorit, den ich jederzeit anhören kann.
Was macht ihr neben der Musik noch gerne?
B: Ich habe eine kleine Yacht und die braucht auch noch eine Menge Zeit, bevor ich mit der wieder segeln kann. Und ich liebe Autos. Ich habe einen brandneuen Alfa Bera und ich verbringe viel Zeit damit, auf dem laufenden zu bleiben, was die Industrie da so neues rausbringt. Der Alfa ist der einzige Besitz, von dem ich mich niemals trennen könnte. Naja, vielleicht brauche ich noch meinen Laptop..
S: Zählt Bier trinken? Ich würde mich selber als Filmfreak bezeichnen. Ich verbringe eine Großteil meiner Zeit mit Filmen, sowohl ansehen als auch darüber zu lesen. Ich beschäftige mich in der Filmindustrie so viel, daß man es wirkich als Arbeit bezeichnen könnte. Darüberhinaus male und zeichne ich ein wenig, und hinundwieder schreibe ich. Aber außer der Arbeit in der Filmindustrie und Musik zu schreiben hab ich kaum Zeit, noch andere Sachen zu machen, aber ich spiele oft stundenlang noch Computerspiele…Ich bin ein begeisterter Leser, aber das kommt und geht eher in Phasen.
Wie sieht die Zukunft für Novakill aus?
S: Mehr Bier, ein weiteres Album und hoffentlich eine Welttourness. Wir supporten God Module hier in Sydney nächsten Monat und das wird auch die erste Gelegenheit sein, unsere brandneuen Songs zu testen, die wir für das kommende Album geschrieben haben. Darüberhinaus ist alles offen.
Was esst ihr heute abend?
B: Ich taue grade eine Hühnerbrust auf, die ich in zu einer Honig-Soya-Chilli-Pfanne braten werden, mit etwas gekochtem Reis.
S: Ich hab mir vor kurzem einen neuen Grill gekauft und bin Fan davon. Letzte Woche hatte ich mariniertes Känguruh, was phantastisch war. Das werde ich heute nochmal machen, mit Tomaten, jungem Spinat, Reis und vielleicht auch Couscous.
Und was sind Eure Lieblingsdrinks?
S: Bier, dunkles Bier. Eine Menge davon!!
Und was ist Euer Lieblingsort an den ihr Euch zurückziehen würdet, wenn die Welt um Euch herum im Chaos versinkt?
B: Der Stand. Vielleicht nicht grade dann, wenn ein Tsunami auf dem Weg ist, aber meisten ist das der beste Ort überhaupt.
S: Ich würde mich mitten in das Getümmel stürzen – wenn es schon Scheisse regnet, will ich es sehen. Aber ich würde wahrscheinlich dabei in einem Pub sitzen und dunkles Bier trinken!!
Vielen Dank für eure Antworten und viel Erfolg mit dem dritten Longplayer sowie eurem weiteren Schaffen!
Related Links:
Novakill Homepage
Novakill auf MySpace
Popularity: unranked
Related posts:















Comments
There are no comments for this post.
Write a Comment